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Ein Hauch von Glyndebourne im Woelfl-Haus

Konzertreihe „Joseph Woelfl und ..." startet am 2. 10. – Podium für Hochbegabte

Das Woelfl-Haus in Bonn startet am Sonntag, 2. Oktober, seine Konzertsaison 2016/17. Unter dem Motto „Joseph Woelfl und ..." präsentieren die Nachwuchskünstler Luisa Imorde (Klavier) und Philip Graham (Violoncello) Werke von Woelfl, Robert Schumann und Johannes Brahms. Das Konzert beginnt um 16 Uhr und findet im Saal des Anwesens im Bonner Stadtteil Lessenich statt. Die Konzerte in der warmen Jahreszeit sollen als „Hofkonzerte" unter freiem Himmel stattfinden, womit das Woelfl-Haus eine gedankliche Brücke beispielsweise zum Opernfestival im südenglischen Glyndebourne schlägt. Zuhörer sind eingeladen, mit Decken und Picknickkörben zu kommen und im Park des Anwesens dem Konzert zu lauschen.

Jedes Konzert birgt ein Werk des Komponisten, das in ein Wechselspiel mit gleichbesetzten Werken anderer Komponisten gebracht wird.
Margit Haider-Dechant, Vorsitzende der Joseph-Woelfl-Gesellschaft Bonn e.V.

Beim Auftakt der Reihe mit jährlich zehn Konzerten, die jeweils auf den ersten Sonntag des Monats terminiert sind, korrespondieren so Woelfls Grand Duo pour piano et violoncelle Op.31 mit Schumanns Fantasiestücken Op. 73 und der Sonate Nr. 2 F-Dur Op. 99 von Brahms.

Die Initiatoren des am 4. September eröffneten Zentrums für virtuose Klaviermusik verfolgen mit der Konzertreihe ein zentrales Anliegen der Joseph-Woelfl-Stiftung. „Wir haben uns entschlossen", erklären Haider-Dechant, Pianistin und Musikwissenschaftlerin, und Hermann Dechant, Dirigent, Musikwissenschaftler und Verleger, „insbesondere jungen Spitzenbegabungen ein Podium zu bieten. Dies haben wir uns auch im Geiste Woelfls vorgenommen, der seine Karriere als 16-jähriger Klaviervirtuose begann."

Beim Auftaktkonzert erleben die Besucher gleich zwei Hochtalentierte. Die Pianistin Imorde gewann Preise und Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene. 2015 debütierte sie mit einem Solorezital im Konzerthaus Berlin. Graham, ebenfalls Träger verschiedener Preise und Stipendien, gilt als ein besonders gefragter Kammermusiker. Als Solist gab er Konzerte mit namhaften Orchestern, darunter mit dem Beethoven Orchester Bonn.

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Die Besucher werden indes gebeten, sich an den Kosten mittels einer adäquaten Spende vor Ort zu beteiligen. Da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht, ist eine Anmeldung erwünscht.
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Ein Gigant des virtuosen Klaviers

Neu geschaffenes Joseph-Woelfl-Haus wird am 4. September in Bonn eröffnet – Margit Haider-Dechant: Institution eine Vervollständigung eines weltweit einzigartigen Spektrums

Das neu geschaffene Zentrum der virtuosen Klaviermusik in Bonn, das Joseph-Woelfl-Haus, wird am 4. September 2016 eröffnet. Architektur und Konzept der im Stadtteil Lessenich gelegenen Veranstaltungs- und Begegnungsstätte sind darauf ausgerichtet, Werk, Wirkungsgeschichte und Bedeutung des Komponisten und Pianisten Joseph Johann Baptist Woelfl (1773-1812) weithin bekannt zu machen und wissenschaftlich zu fundieren.

Woelfl als Exponent der virtuosen Stilrichtung vervollständigt das Spektrum, das Bonn wie keine andere Stadt der Welt auf dem Gebiet der Klaviermusik repräsentiert, historisch wie in der Gegenwart.
Pianistin und Musikwissenschaftlerin Margit Haider-Dechant, Vorstandsvorsitzende der Joseph-Woelfl-Gesellschaft Bonn e.V.

Beethoven, Repräsentant der vergeistigt-philosophischen Richtung der Musik, sei ein Sohn der Stadt, Schumann, Exponent des romantischen Klaviers, in Bonn gestorben. In der Zeitspanne dazwischen, erläutert Haider-Dechant, „ist das Kernrepertoire der klassisch-romantischen Klaviermusik entstanden. Diesem für das Musikuniversum herausragenden zeitlos gültigen Wert soll das Woelfl-Haus zu Bonn durch sein Eintreten für die virtuose Komponente Vertiefung und Abrundung verschaffen." Vor allem aus diesem Beweggrund habe sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Dirigenten, Musikwissenschaftler und Verleger Hermann Dechant, ihren Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren von Wien in die Bundesstadt verlegt.

Sieger im Piano-Duell über Beethoven

Das Gesamtverzeichnis des in Salzburg geborenen Komponisten und Schülers von Leopold Mozart umfasst 635 Werke, darunter zahlreiche virtuose Schöpfungen für das Klavier, so die weltberühmte Klavier-Sonate Op. 41 „Non plus Ultra" mit dem legendären „Woelfl-Jump".
1798 verwies Woelfl in einem sogenannten Piano-Duell in Wien über mehrere Tage den drei Jahre älteren Beethoven auf den zweiten Platz. „Für alle Beethoven-Verehrer gerade in Bonn", schlägt Haider den Bogen, „gewiss eine pikante Vorstellung, die auf den Sieger dieses Wettbewerbs und seine originäre pianistische Linie einfach neugierig machen dürfte." Es werde äußerst reizvoll sein, im Vorfeld zum Beethoven-Jubiläum 2020 aus dem Spannungsverhältnis der beiden Künstler Impulse für programmatische Auseinandersetzungen mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Schulen des klassischen Klavierspiels abzuleiten und produktiv nutzbar zu machen. Das Neben- und Miteinander von Beethoven-, Schumann- und künftig Woelfl-Haus in Bonn sehe sie ohnehin als Korrespondenz und wechselseitige Ergänzung, auf keinen Fall aber als Rivalität.

Eröffnet wird das mit Bibliotheken, einem Seminarraum und einem Konzertsaal mit Studio-Einrichtung ausgestattete Joseph-Woelfl-Haus am 4. September mit einem Festakt und einem Konzertprogramm ganz im Zeichen der Zielsetzung des Projekts. Dazu werden Repräsentanten aus Politik, Kultur und Wirtschaft erwartet. Als zentralen Programmpunkt der Veranstaltung wird der weltweit bekannte Pianist Gerhard Oppitz, Schirmherr der Joseph-Woelfl-Stiftung, Woelfls Sonate in c-moll WoO 113 interpretieren. Sie ist ein Haupt- und Schlüsselwerk von Woelfls Wirken in Paris.